nach Gopal norbert Klein
Was genau ist Ehrliches Mitteilen?
NÄHRENDE KOMMUNIKATION
EHRLICHES MITTEILEN (kurz: EM) ist eine Kommunikationsmethode, die es dir ermöglicht, in einem geschützten, sicheren Rahmen darüber zu sprechen, wie es dir in diesem Moment gerade geht – welche Körperempfindungen, welche Gefühle und welche Gedanken du gerade hast.
Durch EM entsteht ein besonderer Kontakt mit anderen Menschen, den du so wahrscheinlich noch nie erlebt hast.
EM hilft dir, deiner Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken bewusst zu werden. Dadurch lernst du dich selbst besser kennen und verstehst, warum dein Nervensystem in bestimmten Situationen reagiert.
Außerdem erfährst du, das alles was du empfindest, fühlst oder denkst, auf eine nicht-destruktive Weise mitteilen kannst – ohne bewertet oder abgelehnt zu werden.
Das Ehrliche Mitteilen führt zu einer echten Verbundenheit mit anderen Menschen.
Diese Verbundenheit und dieser Austausch sind das, wonach wir uns alle unbewusst sehnen.
Meine Erfahrung
Als ich zum ersten Mal von Ehrlichem Mitteilen gehört habe, habe ich mir sofort eine Gruppe in meiner ,,Nähe“ gesucht. Zwei Tage später saß ich bereits in meinem ersten EM.
Ich kenne mich gut genug, um zu wissen: Wenn ich zu lange warte, findet mein Kopf schnell Gründe, warum ich es lieber nicht tun sollte.
Nach dem ersten Treffen war ich so begeistert von dem Kontakt, der dort entstanden ist, dass ich jeden Donnerstag etwa 80 km gefahren bin, um wieder teilzunehmen.
Was macht Ehrliches Mitteilen so heilsam?
ECHTE VERBINDUNG
Wir sind zutiefst soziale Wesen. Als Säugetiere brauchen wir einen ehrlichen, wahrhaftigen Austausch über unser Inneres, damit das Autonome Nervensystem die Umgebung als sicher einstuft. Nur so gelangen wir in einen Zustand von Entspannung und Wohlbefinden.
Trotzdem ist uns die Fähigkeit zum echten Kontakt weitestgehend verloren gegangen. Wir besprechen belanglose Dinge und erzählen uns Geschichten. Wir reden miteinander und bleiben doch an der Oberfläche.
EM hilft uns dabei, tiefe und nährende Verbindungen zu erleben. Es ist eine neue Qualität von Kommunikation, die uns als Individuum, Paar und Gruppe stärkt.
EINE NEUE SICHT
EM verhilft zu einer veränderten Sicht der Menschen. Von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen anderer Menschen zu hören, macht es schwer, sie als ,,feindlich“ zu betrachten. EM trägt so zur Auflösung von Leid bei, zu einem friedlichen Miteinander.
Meine Erfahrung
Lange war ich auf der Suche nach etwas, ohne genau zu wissen, wonach eigentlich. Als ich auf das Thema Entwicklungstrauma und das Kommunikationsmodell des Ehrlichen Mitteilens gestoßen bin, hatte ich plötzlich einen Kontext, der vieles verständlicher gemacht hat.
Zuvor hatte ich lange versucht, Dinge vor allem über die Verstandesebene zu lösen – durch Nachdenken, Analysieren und Verstehen. Doch mir war nicht bewusst, dass echte Veränderung oft nicht allein durch Gedanken entsteht, sondern durch neue Erfahrungen, die auch im Nervensystem ankommen.
Nach meinem ersten EM habe ich genau so eine Erfahrung gemacht. Es war nicht nur ein neues Verständnis, sondern etwas, das ich unmittelbar im Kontakt und in meinem Nervensystem gespürt habe.
Mir war schon vorher aufgefallen, dass Gespräche mich oft müde machen, wenn Menschen hauptsächlich Geschichten erzählen oder über Probleme sprechen. Als ich verstanden habe, dass unser Nervensystem weniger Geschichten braucht, sondern den ehrlichen Ausdruck dessen, was gerade innerlich wahrgenommen wird, hat sich mein Verständnis von Kommunikation grundlegend verändert.
Wie geht Ehrliches Mitteilen?
ZUHÖREN IST HEILIG
EM ist zu zweit genauso möglich wie in einer Gruppe. Jeder hat nacheinander den gleichen Zeitraum (z. B. 10 Minuten) um sich ungestört mitzuteilen – die anderen Gruppenmitglieder hören aufmerksam zu. Das zuhören ist gleichwertiger Teil des Prozesses und genauso wichtig wie das Sprechen. Wer spricht, erhält die 100 %ige Aufmerksamkeit. Es ist gut, dabei Blickkontakt zu halten. Wem das nicht möglich ist, der schaut z. B. auf die Füße.
Das Besondere beim EM ist, dass Äußerungen mit einer Floskel beginnen. diese Satzanfänge dienen dazu, die jeweilige Ebene (Körperempfindungen, Gefühle, Gedanken) zu benennen und eine ,,innere Distanz“ zu den Inhalten zu schaffen, so dass alle Inhalte ohne Identifizierung mitgeteilt werden.
KÖRPEREMPFINDUNGEN
Ich spüre einen Schmerz im rechten Knie
Ich spüre Druck im Bauch
Ich spüre Wärme in den Händen
GEFÜHLE
Ich fühle Freude
Ich fühle Wut
Ich fühle Traurigkeit
GEDANKEN
Mein Kopf denkt, dass es mir schwer fällt, Worte zu finden.
Mein Kopf denkt, dass ich alles richtig machen möchte.
Mein Kopf denkt, dass ich nervös bin.
Am Anfang braucht es etwas Übung, die eigenen Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und auf diese Weise mitzuteilen. Es ist hilfreich, langsam und in kurzen Sätzen zu sprechen und den Körper beim EM wenig zu bewegen. ES geht nicht darum, etwas zu ,,machen“ oder zu ,,erreichen“, es geht überhaupt nicht darum, etwas bestimmtes mitzuteilen. Das EM ist bereits das Ziel:
IN KONTAKT TRETEN MIT DEM, WAS ICH JETZT IN MIR WAHRNEME.
Meine Erfahrung
Zu diesem Thema möchte ich meine eigenen Erfahrungen noch ausführlicher aufschreiben.
Die Seite wird daher in den nächsten Wochen ergänzt.
Wie wirkt Ehrliches Mitteilen?
ERKENNTNISSE AUS DER POLYVAGALTHEORIE
Die aller meisten Menschen haben als Kinder die Erfahrungen gemacht, dass die engen Bezugspersonen, in der Regel die Eltern, nicht mit allen ihrer Gefühlsregungen angemessen umgehen konnten. Oft bedeutete das Äußern bestimmter Gefühle aus Sicht des kleinen Kindes Lebensgefahr – zum Beispiel, wenn das Kind mit seiner Traurigkeit alleingelassen oder das wütende Kind bestraft wurde. Da damals unser Leben direkt von der Fürsorge der Bezugsperson abhing, haben wir die unerwünschten Gefühle mit Lebensgefahr verknüpft und unterdrückt. So konnten wir unser physisches Überleben sichern.
Was uns damals gerettet hat, führt heute zu destruktiven Beziehungsmustern. In uns ist immer noch unbewusst (!) die Vorstellung von drohender Lebensgefahr aktiv, wenn wir die damals unterdrückten Gefühle mitteilen. Wir hängen in unserem Kindheitsszenario fest.
Es ist also so etwas wie ein Update für unser Betriebssystem nötig, denn die alten Überzeugungen stimmen ja nicht mehr! Unser physisches Überleben hängt heute nicht von unseren Eltern ab. Wir sind erwachsen und können für uns selbst sorgen. Wir können uns unsere Kontakte aussuchen und finden Menschen, denen wir alle unsere inneren Bewegungen gefahrlos mitteilen können und die zuhören. So entsteht echte zwischenmenschliche Nähe.
Diese neuen Erfahrungen von Sicherheit auf der Beziehungsebene und Zugehörigkeit zu einer Gruppe regulieren dauerhaft unser autonomes Nervensystem. Letztendlich löst sich der ganze Stress des Überlebenskampfes seit Kindertagen aus unserem Körper. Es entsteht ein völlig neues Lebensgefühl mit positiven Auswirkungen auf unsere psychische und physische Gesundheit.

Meine Erfahrung
Zu diesem Thema möchte ich meine eigenen Erfahrungen noch ausführlicher aufschreiben.
Die Seite wird daher in den nächsten Wochen ergänzt.